Inter*Treffen bei TrIQ

Wir möchten Euch zum Austausch unter inter*Menschen einladen!

Dienstag, 19.11.19
ab 19Uhr
bei TrIQ in der Karl-Heinrich-Ulrichs Str 11, 10787 Berlin

Wir wollen…
– uns kennenlernen
– uns austauschen
– darüber sprechen, was wir uns (vom Inter*Projekt von TrIQ, und auch darüber hinaus) wünschen
– Kekse essen

Wer ist eingeladen? 
Intergeschlechtliche Menschen!

Meldet euch gerne vorab bei uns (inter@transinterqueer.org) wenn ihr…
– unsicher seid ob ihr eingeladen seid bzw. kommen möchtet
– Fragen (zum Treffen) habt
– einfach gerne vor dem Treffen schon mal ein Gespräch mit dem Inter*Projekt hättet

Zugänglichkeit:
Das Treffen ist kostenfrei – keine Anmeldung nötig!
Unser Gruppenraum ist rollstuhlzugänglich (6. Stock mit Lift), die Toiletten aber nicht.
Je nach Gruppe kann das Treffen auf Deutsch, English oder auf beiden Sprachen mit Übersetzung angeleitet werden.

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We wanna invite you to an intersex-only meeting!

Tuesday, 19.11.19
from 7pm
at TrIQ in Karl-Heinrich-Ulrichs Str 11, 10787 Berlin

We’d like to…
– get to know each other
– exchange 
– talk about what we wish for (from the inter*project at TrIQ and beyond)
– have cookies

Who is invited? Intersex people!
Contact us (inter@transinterqueer.org) in advance in case you…
– are insecure whether you can or want to come
– have other questions (about the meeting)
– simply would like to talk to someone from the inter*project beforehand

Accessibility:
The meeting is free of cost – no registration needed!
Our group room is wheelchair accessible, (6th floor with elevator), the bathrooms are not.
Depending on the group, the meeting can be held in German, English, or both languages with translation.


 

IGM praktizierende Ärztin auf HINT-Tagung ?!?

(IGM = Intersex Genital Mutulation)

Statement von TransInterQueer e.V.:

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, fand von 1. bis 3. November die Hamburger inter / nicht binär / trans (HINT) Tagung statt.

Unter anderem wurde eine Ärztin eingeladen (auf der Tagung vorzutragen), die auch IGM praktiziert und auf gleich mehreren Webseiten offen dafür wirbt (u.a. mit “normalem Aussehen” als OP-Ziel) intergeschlechtliche Kinder im frühen Kindesalter zu operieren.

Die HINT-Orga wurde bereits vor der Tagung (mehrmals) darauf aufmerksam gemacht:
– https://queergesagt.wordpress.com/2019/11/06/565/
– https://queergesagt.wordpress.com/2019/11/06/569/

Trotzdem wurde die Ärztin nicht wieder ausgeladen!!

Joris Gregor hat den geplanten inter* Vortrag abgesagt, und TROTZDEM wurde die Ärztin nicht ausgeladen!

Wir finden diese Entscheidung(en) inter*feindlich und untragbar und schließen uns den Fragen und Forderungen/Wünschen aus Joris Gregors  zweitem Statement an:


hallo orga-team,
mich würde im nachgang interessieren, welche bemühungen ihr angestellt habt, die veranstaltungen von mir und lucie veith zu kompensieren? hat es, wie mündlich versprochen, auseinandersetzungen in openspaces gegeben? wie genau ist frau riechardt befragt worden, welche position hat sie eingenommen?
ich nehme jenseits der externen positionierungen von transfabel und spürdasmal.de keine klare kante gegen inter*GM wahr.
ich fühle mich einerseits in meiner position nicht gehört, weil offenbar keine gelegenheit (aka open spaces) gesucht/genutzt wurde, um sich mit der eigenen durch unwissenheit prodizierten interignoranz und dadurch -diskriminierung auseinandergesetzt wird. andererseits komme ich mir für die interne, offensichtlich heftige diskussion instrumentalisiert vor, wenn mein wegbleiben ohne verlinkung meines stements genutzt wird, um die kritik an der HINT zu befeuern.

ich wünsche mir eine klare rückmeldung, wo die HINT sich sich nach dem  kompletten ausbleiben der inter* perspektive mit inter* belangen auseinander gesetzt und diese auf der tagung diskutiert hat.

“ (https://queergesagt.wordpress.com/2019/11/06/572/)

Außerdem möchten wir auf dieses Statement einer anonymen inter*Person aufmerksam machen:
https://queergesagt.wordpress.com/…/anonymes-statement-int…/

Weitere (solidarische) Statements dazu findet ihr hier:
https://queergesagt.wordpress.com/…/oeffentliches-statemen…/
https://queergesagt.wordpress.com/…/tops-und-flops-bericht…/
https://queergesagt.wordpress.com/…/08/bericht-von-transfa…/

liebst,
TransInterQueer e.V.


 

Film & Diskussion: Intergeschlechtlichkeit & Solidarität

Wir laden ganz herzlich ein, zu Film & Diskussion!

Wann?
09.11.2019, 19Uhr
Am 9. November, also einen Tag nach dem Intersex Solidarity Day (dem internationalen Tag der Solidarität mit intergeschlechtlichen Menschen)!

18:45 – Einlass
19:00 – Begrüßung & Film
20:15 – Diskussion (bis ca. 21:00)

Was?
Begrüßung
(Deutsche Lautsprache mit DGS Dolmetsch)

Film:
ENTRE DEUX SEXES
(57min)
(Deutsche & Französische Lautsprache, je mit deutschen Untertiteln)

Diskussion:
Aus der Perspektive intergeschlechtlicher Menschen wollen wir uns Fragen stellen wie
– Wie kann Solidarität mit intergeschlechtlichen Menschen aussehen?
– Was ist die dritte Option im Geschlechtseintrag und ist damit jetzt alles gut?
(Deutsche Lautsprache mit DGS Dolmetsch)

Wo?
Aquarium (am Südblock)
Skalitzer Straße 6
10999 Berlin


Die Räume sind Rollstuhlzugänglich und es gibt eine barrierearme Toilette!

Eintritt frei!
Transinterqueer e.V. freut sich über Spenden.

Inter* @ Radical Queer March Berlin

Zagreb: Prvi Balkanski Trans Inter Marš 30.03.2019.

(english below)
Schließt euch uns an!

Wir sind eine Gruppe von inter* Personen und Unterstützer_innen und möchten uns dem Radical Queer March anschließen und uns sichtbar für inter* (Menschen-)Rechte einsetzen!

Wir fordern (unter anderem):
– Den sofortigen Stopp von uneingewilligten „normalisierenden“ medizinischen Eingriffen an inter* Personen
– (Rechtlicher) Schutz gegen Diskriminierung aufgrund von Intergeschlechtlichkeit
– Uneingeschränkten Zugang zu medizinischen Interventionen für inter* Personen (wenn sie diese brauchen und wünschen)
– Zugängliche Peer-Beratung für alle inter* Personen und deren Bezugspersonen
– Inter* Themen und inter* Lehrende an Bildungseinrichtungen
– Einen selbstbestimmten dritten Geschlechtseintrag ohne weitere Hürden

Auf dem Radical Queer March möchten wir mit einer riesigen inter* Flagge Raum einnehmen! Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Unterstützt uns beim Tragen der Flagge und setzt euch mit uns gemeinsam für die Rechte von Inter*Menschen ein!

Samstag, 27.07.2019
Treffpunkt: 17:45 Feuerwehrbrunnen am Mariannenplatz, Berlin

Unser Kontakt: inter@transinterqueer.org / +491788059389

Mehr zum Radical Queer March: https://rqueerm.noblogs.org/
FB-Event und Zugänglichkeitsinfos: https://www.facebook.com/events/2356989967878298/

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Come join us!

We, a group of intersex people and allies want to join the radical queer march and visibly advocate for intersex (human) rights!

We demand (among other things):
– immediate stop of non-consensual “normalizing” medical interventions on intersex bodies
– (legal) protection against discrimination on the grounds of (inter)sex characteristics
– unrestricted access to medical interventions for intersex people (if they need and want them)
– accessible peer-counselling for all intersex people and their (chosen) families
– intersex topics and intersex teaching staff at educational institutions
– A self-determined third gender marker option without any barriers

At the radical queer march we want to take up space with a gigantic intersex flag! And this is where you come into play: help us carry the flag and advocate for intersex rights!

Saturday, 27.07.2019
meeting point: 5:45pm at the fountain on Mariannenplatz, Berlin

our contact: inter@transinterqueer.org / +491788059389

more about radical queer march: https://rqueerm.noblogs.org/
FB-event and accessibility info: https://www.facebook.com/events/2356989967878298/

Austausch zur 3. Option

ACHTUNG: neue Location – Aquarium!!

7. Juni 2019, 19Uhr
Aquarium.
Skalitzer Str. 6
10999 Berlin


Habt ihr Fragen zur 3. Option und/oder möchtet eure Erfahrungen teilen?!
Würdet ihr euch gern mit Menschen aus der inter*Community (darüber und auch sonst) austauschen?
Oder sucht ihr einfach nach einem guten Grund endlich mal das Inter*Projekt von TrIQ kennenzulernen?

Perfekt!!
Kommt zu uns – wir wollen diskutieren über Fragen wie:

– Wie positionieren sich inter* Selbstvertretungsorganisationen zum Thema? Und welche Forderungen haben diese sonst?
– 3. Option, wie? Was? Und für wen?
– Wie ist der aktuelle Stand mit den geplanten gesetzlichen Änderungen?
+ Alles was ihr noch so mitbringt an Themen & Fragen!

Es gibt Snacks & Info-Material zur 3. Option und Inter*Themen allgemein!

Juhu wir freuen uns!


– Zugänglichkeit –

Die Räume sind Rolli-zugänglich und es gibt eine barrierearme Toilette!

Das meiste Infomaterial gibt es auf Deutsch, distkutiert werden kann (mit uns) auf Deutsch oder Englisch!

Inter & Sprache – Von „Angeboren“ bis „Zwitter“

Inter Und Sprache BroschuereUnsere Broschüre Inter & Sprache bietet eine Auswahl inter*relevanter Begriffe und ergänzt sie durch kritische Anmerkungen

 

Was möchte diese Broschüre bewirken?

Sprache ist ein wirkmächtiges Mittel um Gedanken und Ansichten zu formen, Denkräume zu öffnen oder zu schließen. Worte und Bezeichnungen können bestärken und schützen. Negativ besetzte Zuschreibungen können ihrer zerstörenden Kraft beraubt werden, wenn man sie neu füllt und mit Stolz spricht.
Die Bedarfserhebung des Projekts »Antidiskriminierungsarbeit & Empowerment für Inter*« hat gezeigt, dass eine emanzipierte Sprache es überhaupt erst für Inter* möglich macht, sich scheinbar selbstverständliche Lebensbereiche zu erobern. Die Erhebung hat auch gezeigt, dass eine nicht-pathologisierende und respektvolle Sprache entscheidend ist, um andere – neue – Denkräume jenseits von Pathologisierung zu erschließen – für Inter*, ihre Angehörigen und die Gesellschaft.
Eine reflektierte und wertschätzende Sprache hilft Inter* und ihren Angehörigen dabei, sich von den normierenden Zuschreibungen und der Bevormundung, die in unserer Gesellschaft in Bezug auf Inter*  weiterhin vorherrschen, zu emanzipieren und selbst anders bzw. neu über die eigene Situation zu reflektieren. Sprache gemeinsam mit anderen Inter*  zu (er-)finden und in Handreichungen wie diesen in die Öffentlichkeit zu bringen hat somit neben der zu mehr Sichtbarkeit führenden Seite einen direkten empowernden Aspekt.
Sprachlosigkeit hingegen ist das Ergebnis einer sprachlichen Unterdrückung, in der es scheinbar keine Alternativen gibt – zu der verordneten und pathologisierenden Sprache der Medizin oder zu der diskriminierenden und exotisierenden Sprache einer binären Geschlechterordnung.
Ohne positive Sprache jedoch lässt sich kein positives Selbstbild entwickeln. Intergeschlechtliche Menschen müssen daher lernen, Auswege aus der Sprachlosigkeit zu finden und Alternativen zu entwickeln. Die Erstellung der vorliegenden Broschüre wäre ohne den Mut und die gemeinsame Arbeit intergeschlechtlicher Menschen nicht möglich gewesen.
Die hier versammelten Beispiele möchten aufzeigen, welche respektvollen, emanzipierenden und wertschätzenden Begriffe schon existieren, wo an Stellen des » Sprechens über… «  Fallstricke existieren können oder wie scheinbar neutrale Begriffe diskriminieren. Dabei sei zugleich darauf hingewiesen, dass Sprache einem immerwährenden Wandel unterliegt, daher erhebt diese Broschüre keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder dauerhafte Gültigkeit.
Die Handreichung richtet sich an alle Verbündete, Unterstützer_innen und Interessierten, die die Situation von Inter*-Menschen besser verstehen möchten.

Inter & Sprache – Broschuere als PDF herunterladen

Medizinische Eingriffe an Inter* und deren Folgen: Fakten und Erfahrungen

med_eingriffe_inter_broschUnsere aktuelle Broschüre richtet sich in erster Linie an Menschen, die mehr über die die Lebenssituation intergeschlechtlicher Menschen und insbesondere über die Folgen medizinischer Eingriffe an Inter* erfahren möchten. In unserer neuen Broschüre „Medizinische Eingriffe an Inter* und deren Folgen: Fakten und Erfahrungen“ überlassen wir es den intergeschlechtlichen Menschen, das Widerfahrene mit eigenen Worten zu beschreiben.

Einführung

Intergeschlechtlichkeit ist in den letzten Jahren zum Thema geworden. Auch Entscheidungsträger_innen,  Fachpersonal und die breitere Öffentlichkeit möchten mehr über die Lebenssituation intergeschlechtlicher Menschen erfahren. Im Zentrum steht dabei häufig die Frage nach den medizinischen Behandlungen, einschließlich der Frage nach kosmetischen Eingriffen, die nicht lebensrettend sind oder medizinische Indikationen im engeren Sinn darstellen, sondern die – vermutete – bessere soziale Eingliederung der intergeschlechtlichen Person zum Ziel haben.

Mit dieser Frage sind auch Angehörige konfrontiert, denn bei Eingriffen an Kleinstkindern, Kindern und nicht-einwilligungsfähigen Jugendlichen entscheiden die Eltern der intergeschlechtlichen Person stellvertretend für ihr intergeschlechtliches Kind. Forschung hat gezeigt, dass Eltern bei medizinischer Beratung dreimal so häufig in geschlechtsverändernde Eingriffe einwilligen wie Eltern, die eine nicht-pathologisierende Beratung erhalten.i Umso wichtiger ist es daher, dass Eltern verstehen, in was sie einwilligen und was für Folgen bestimmte medizinische Eingriffe für den zukünftigen erwachsenen intergeschlechtlichen Menschen haben können.

Menschen, die mit Variationen der Geschlechtsmerkmale geboren werden sind auch heute noch damit konfrontiert, dass Medizin und Gesellschaft ihre Geschlechtsentwicklung als Störung betrachten. Diese Perspektive führte und führt bis heute zu einer fast flächendeckenden Behandlungspraxis, die intergeschlechtliche Menschen pathologisiert und ohne ihre persönliche und vollständig aufgeklärte Einwilligung schwerwiegende und irreversible medizinische, medikamentöse und chirurgische geschlechtsverändernde Eingriffe an ihnen durchführt.

Es gibt eine Vielzahl von Variationen der Geschlechtsmerkmale. Im internationalen Katalog der Krankheiten, dem „international Classification of Diseases“ (ICD 10) sind hierzu über 50 Diagnoseschlüssel aufgeführt. Bewusst werden muss man sich, dass diese Diagnosen, etwa unter dem Label „Fehlbildung“, gesunde Variationen von Körperlichkeit, die nicht von sich aus Krankheitswert haben, zu einem Krankheitsbild machen.

Zugleich führt die Zergliederung diagnostischer Kategorien und deren statistische Seltenheit zu einer Vereinzelung der Person, die scheinbar allein mit dieser Diagnose existiert.  Im Praxisumgang mit Patient_innen wurde neben dem Aspekt der Seltenheit auch noch der der Stigmatisierung und Tabuisierung vermittelt: Da es sich ja um ein Abweichen von der Norm handelte wurde den Eltern intergeschlechtlicher Menschen und diesen selbst nahegelegt, nicht darüber zu sprechen, da sie sowieso „keine andere Person wie Sie finden“ und darüber zu sprechen „Ihr soziales Aus wäre“. Wie aus einem deutschen Arztbrief bei einer Überweisung an einen Kollegen hervorgeht, wurden auch bei erwachsenen intergeschlechtlichen Menschen Informationen bewusst zurückgehalten: „Bitte der Patientin nichts von dem tatsächlichen Befund berichten um eine psychische Belastung zu vermeiden”. Solch eine Verschleierung und schwerwiegende Unterlassung von Informationsvermittlung, die bis in jüngste Zeit häufig noch durch das „Verschwinden” von medizinischen Unterlagen durch diverse Umstände (Verjährung, ein vorgeblicher „Wasserschaden“ oder „Verlust“ beim Umzug etc.) verschärft wurden, führten und führen zu Situationen, in der intergeschlechtliche Menschen oft nicht mehr nachvollziehen können, was genau ihnen widerfahren ist und, vor allem, welche körperlichen Merkmale und Organe entfernt oder verändert wurden, mit unvorhersehbaren kurz- und langfristigen Auswirkungen für die Gesundheit. Heute erwachsene intergeschlechtliche Menschen leben weiterhin mit den Folgen dieser Behandlungspraxis und der Zerstörung ihrer sexuellen Sensibilität und ihrer körperlichen Integrität.

Positiv anmerken kann man, dass sich seit dem Chicago Consensus Statement von 2006 eine Trendwende vom Verschweigen der Diagnose hin zur Enttabuisierung der Diagnose abzeichnet, die auch von der 2015 veröffentlichten Stellungnahme der Bundesärztekammer unterstützt wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass intergeschlechtliche Menschen und ihre Angehörigen heute tatsächlich umfassende Informationen über die Risiken, den tatsächlichen Nutzen und mögliche Folgeschäden der geschlechtsverändernden Eingriffe, sowie Fakten zum Leben ohne diese Eingriffe erhalten, wie sie für eine voll informierte Entscheidung nötig sind. Auch wenn im Zusammenhang mit einigen wenigen Diagnosen ein Aufschieben des Eingriffs empfohlen wird, so wird das grundlegende Recht der intergeschlechtlichen Person, alleine über ihren Körper zu entscheiden, immer noch in Frage gestellt.

Das aktive Zurückhalten und Verschleiern grundlegender Informationen hält den Menschen davon ab, mehr über sich zu erfahren oder sich mit Anderen über gemeinsame Erfahrungen auszutauschen. So fanden sich Menschen mit angeborenen Variationen der Geschlechtsmerkmale erst zu Gruppen von Menschen zusammen, nachdem sie ihre Widerfahrnisse mit anderen teilen konnten. Dabei half die Anonymität des Internets Dinge zu schildern, die im Alltag unter dem Deckmantel des Tabus versteckt blieben. Bei Recherchen zu der eigenen Geschichte führen oft bestimmte Suchbegriffe auf die richtige Fährte: Diagnosebegriffe wie z.B. Klinefelter-, Turner-, Meyer-Rokitansky-Küsterhauser,- Swyer-, Adrenogenitales- Syndrom (AGS), Androgenresistenz (AIS), 5-Alpha-Reduktase-Mangel, 17-Beta-Hydroxy­steroid- Dehydrogenase-Mangel, oder Beschreibungen von Aspekten des Erlebten wie Dilatation bzw. Bougieren (das Dehnen der Vagina mit einem Gegenstand), Gonadektomien (chirurgische Entfernung der Keimdrüsen), wiederholte Operationen im Kindesalter, Narben im Genitalbereich, oder auch Beschreibungen subtilerer Differenzerfahrungen.

Mit der Änderung der Nomenklatur in 2006, die den Begriff Intersexualität durch „Störungen der Geschlechtsentwicklung (DSD)” abgelöst hat, wurde die Pathologisierung von Variationen der Geschlechtsmerkmale einerseits ausgeweitet und zugleich partiell begrifflich neu gefasst. Andererseits umfasst der Begriff Intersexualität in der Diagnostik nun nur noch sehr wenige Variationen der Geschlechtsentwicklung. Da diese statistisch jedoch seltener sind als andere und bei ihnen Zurückhaltung bei operativen Eingriffen empfohlen wird, führt dies zu einem scheinbaren Rückgang von geschlechtsverändernden Eingriffen.

Die aktuelle Studie „Zur Aktualität kosmetischer Operationen ‚uneindeutiger‘ Genitalien im Kindesalter” von Ulrike Klöppel zeigt, dass die kosmetischen Genitaloperationen an Kindern in dem Zeitraum der Studie von 2005-2014 nicht zurückgegangen sind, auch wenn ein Rückgang der im engen Sinn als „Intersexualität“ gefassten Diagnosen zu verzeichnen ist. An der Praxis geschlechtsverändernder operativer und anderer Eingriffe ändert dies, wie die Zahlen der Studie zeigen, nichts:  „Früher wurde das Vorliegen von Intersexualität als Begründung für Operationen benutzt, heute wird das Nicht-Vorliegen von Intersexualität als Legitimation für Operationen benutzt. Entsprechend u.a. den ärztlichen Bedürfnissen erfolgt die Diagnosestellung”,  so ein Zitat einer befragten Ärzt_in.

Wir haben die Ergebnisse der Studie zum Anlass genommen, die häufigsten nach wie vor stattfindenden Eingriffe mit persönlichen und öffentlich zugänglichen Erfahrungsberichten von Menschen mit Variationen der Geschlechtsmerkmale zu versehen, die jenen von in Berlin lebenden Individuen in vieler Hinsicht entsprechen, um die Auswirkungen zu illustrieren, die gerade diese operativen Eingriffe an den Genitalien auf ihr Leben haben. Wir haben bewusst darauf verzichtet, medizinische und diagnostische Umschreibungen zu reproduzieren um bestimmte Eingriffe und Diagnosen zu erklären und überlassen es stattdessen den intergeschlechtlichen Menschen, das Widerfahrene mit eigenen Worten zu beschreiben.

i Streuli JC, Vayena E, Cavicchia‐Balmer Y, and Huber J. Shaping parents: Impact of contrasting professional counseling on parents‘ decision making for children with disorders of sex development. J Sex Med 2013;10:1953–1960.

Broschüre herunterladen (PDF – Achtung, 9.2 MB)

Die Kunstwerkstatt geht weiter! 2018 in den Räumen der Kunstwerkstatt Samariterstraße e.V.

Die Kunstwerkstatt des Antidiskriminierungsarbeit- & Empowerment-für-Inter*-Projekts geht wieder an den Start!

Wir laden DICH ein, zum Gestalten, Kreativ-sein, Malen, Zeichnen, Collagieren, Basteln, Schnitzen! Was Dir gefällt. Es gibt keine Vorgaben oder Themen, Du wählst, welches Bild oder welche Idee DU kreativ-künstlerisch bearbeiten und umsetzen möchtest. Gemeinsam und einzeln, in entspannter Atmosphäre, je nach Vorliebe bei Musik, Radio, Hörspiel oder Stille.
Es ist vorhanden: Zeichenpapier, wasserbasierte Farbe (Gouache, Acryl und Aquarell), Zeichenbretter, Pinsel, Kleber, Schere und Bleistifte. Zur Stärkung gibt es Kaffee, Tee, Getränke und etwas Knabberzeug. Für weitere Materialien zB. alte Zeitschriften zum Ausschneiden und ein paar Kunstbücher zur Inspiration wird ebenfalls gesorgt.

Was Du noch mitbringen solltest: Alle speziellen Materialien oder Utensilien, die Du benötigst oder bearbeiten möchtest, und Deine Wahl von Musik oder Hörspiele (bring sie bitte auf CD oder Kassette mit).

NEU! Ab jetzt in der Kunstwerkstatt Samariterstraße e.V.

Für dieses Jahr können wir die Räume der Kunstwerkstatt Samariterstraße e.V. nutzen – ein geeigneter Ort mit ausreichend Platz für die kreative Betätigung mit Farben, Papier und Leinwand, sogar eine kleine Druckpresse ist vorhanden und auch bildhauernde oder modellierende Arbeiten mit Holz oder Ton sind möglich!

Die Räume der Kunstwerkstatt Samariterstraße e.V. (Samariterstr. 24 in 10247 Berlin) liegen straßenseitig und ebenerdig im Erdgeschoss eines Wohnhauses im Samariterkiez (Friedrichshain-Kreuzberg) und sind gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Ringbahn S-Storkower Str. oder U-5 U-Samariterstr.).

Die Kunstwerkstatt ist abwechselnd Inter*ONLY und offen für ALLE Trans*, Inter* und Queere Menschen.

In diesem Jahr haben wir ein leicht verändertes Konzept: Im abwechselnden Turnus bieten wir die Kunstwerkstatt an für Inter*Only (nur für Inter*, intergeschlechtliche Menschen, Zwitter, Herms, Menschen, die mit Variationen der Geschlechtsmerkmale geboren sind) und immer anschließend ein Termin offen für alle Inter*, Trans* und queere Menschen.

Für die Nicht-Inter*: Wir bitten Dich den Raum für Inter*Only zu respektieren, in dem Inter* unter ihresgleichen sein können.

Das Angebot ist für euch kostenlos!

Am Samstag, den 19. Mai 2018 startet die Kunstwerkstatt mit einem Inter*Only Termin.
Uhrzeit: 15 – 18 Uhr.

Für die jeweils aktuellsten Termine schaut bitte auf unsere Projektwebseite: interprojekt.wordpress.com (hier) oder auf der TrIQ-Website www.transinterqueer.org/projekte/interprojekt/

Wegen der limitierten Raum- und Materialkapazitäten melde Dich bitte unter inter [at ] transinterqueer.org zur Kunstwerkstatt an.

Weitere Termine im Mai: Montag, 28. Mai 2018 (OFFEN FÜR ALLE Trans*, Inter* und Queere Menschen!) 15-18 Uhr

Short info in English: The Art Workshop of the Antidiscrimination Work & Empowerment for Intersex People (Inter*) – Project continues in 2018: With alternating dates for Inter* Only and open for all trans*, intersex, and queer people. The first workshop May 19th is for Inter* only.

This is a free event. Come and art with us!

Klicke auf das Bild unten für den aktuellen Flyer

Inter*Solidaritätstag / Inter*Gedenktag

Der 8. November wird von der internationalen Inter*Gemeinschaft als Inter*Solidaritätstag oder auch Inter*Gedenktag gefeiert und auch wir wünschen allen Inter* und ihren Angehörigen, unseren Verbündeten und allen Interessierten einen wundervollen Tag! Aus diesem Anlass möchten wir mit euch ein Video aus der noch jungen europäischen Inter*Jugendbewegung teilen, Untertitel sind in vielen Sprachen anwählbar.